STROM IM CAMPERVAN TEIL 1: GRUNDLAGEN

Unsere neue Serie zeigt, worauf es bei der Stromplanung für den Campervan ankommt.

Strom im Campervan
So sollte die Verkabelung im Campervan nicht aussehen.
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Ohne Strom geht es auch im Campervan nicht. Zumindest nicht, wenn man nicht auf ein paar Dinge verzichten will. Daher haben wir unsere neue Reihe „Strom im Campervan“ ins Leben gerufen.

Strom im Campervan Teil 1: Grundlagen

Auch unterwegs will man Handy, Tablet oder den Akku der Kamera laden, die Kühlbox braucht Strom und etwas elektrisches Licht am Abend ist dann eben doch auch ganz angenehm. Alles Dinge, bei denen der Starterbatterie im Auto schnell die Puste ausgeht. Will man unterwegs nicht auf die Annehmlichkeiten elektrischer und elektronischer Geräte verzichten, muss man sich also ein paar Gedanken über ausreichende Kapazität machen. Dabei reicht es allerdings nicht, einfach zusätzliche Batterien ins Auto zu packen. Auch die Lademöglichkeiten muss man bei der Planung bedenken, denn irgendwann ist auch der größte Akku leer und braucht Nachschub.

Landstrom

Die meisten Freizeit- und Reisemobile verfügen über einen Landstrom-Anschluss und die ausreichend vielen Wohnmobil-Stellplätze über eine mehr oder minder ausreichende Anzahl von Stromsäulen. Kein Problem also, Fahrzeug und Steckdose an der Säule mit einem Kabel zu verbinden, ein paar Münzen einzuwerfen und anschließend Kühlschrank, Kaffeemaschine, Laptop oder den Föhn wie zu Hause nutzen zu können. Was die meisten jedoch schnell feststellen: Das ist oft nicht unbedingt günstig, und der eine oder andere Euro ist schneller weg als einem lieb ist.

Stromsäule wohnmo0bil-Stellplatz
Die meisten Wohnmobil-Stellplätze verfügen über ausreichend Stromsäulen.

Landstrom benötigt eine CEE-Außen- oder Einspeisesteckdose. Innen muss das 230-Volt-Netz – wie zu Hause – mit Sicherungen, sogenannten FI-Schaltern, abgesichert werden. Die Kabel im Wohnmobil dürfen keine starren Kabel wie bei der Hausverkabelung sein, sondern müssen aus mehreren Adern bestehen und flexibel sein. 12- und 230-Volt-Kabel dürfen nicht im gleichen Kanal verlegt werden. Generell müssen für alle Installationen die VDE-Vorschriften eingehalten werden. Über Landstrom betrieben werden können das Ladegerät für die Bordbatterie, der Kühlschrank oder die Kühlbox, elektrische Kochplatten sowie bei bestimmten Geräten eine Heizpatrone für das Warmwasser. Außerdem kann man Steckdosen für das Betreiben von Kaffeemaschinen, Küchengeräten oder Föhn sowie für das Laden elektronischer Geräte wie Handy, Tablet oder Kamera installieren.

Landstrom-Steckdose am Wohnmobil
Für den Landstromanschluss wir eine CEE-Außensteckdose beötigt.

Bordstrom

Um von Landstrom unabhängig zu sein, werden Campingfahrzeuge in der Regel mit zusätzlichen Akkus ausgestattet. Sie sind für die Versorgung der elektrischen Komponenten im Wohnbereich zuständig. Ihr Manko: Sie liefern nicht unbegrenzt Strom, sondern müssen nachgeladen werden. Der Bordstrom wird auf 12 oder auf 24 Volt ausgelegt. 24 Volt machen jedoch nur bei LKWs oder Fahrzeugen Sinn, bei denen das Fahrzeug auf 24 Volt läuft. Doch auch hier kann man die Kabine auf 12 Volt auslegen. Für das Laden über die Lichtmaschine sorgen dann spezielle Wandler. Hier müssen die Kabel ebenfalls flexibel sein. Zudem ist unbedingt auf die richtigen Kabelquerschnitte zu achten. Alle Verbraucher müssen mit passenden Sicherungen abgesichert werden.

Zweitbatterie im Campervan
Eine zusätzliche Batterie im Ausbau sorgt für Strom im Wohnbereich.

Für das Laden der Aufbaubatterien ergeben sich drei Möglichkeiten:

  1. Das Laden während der Fahrt über die Lichtmaschine.
  2. Das Laden über ein Ladegerät, wenn das Fahrzeug an Landstrom angeschlossen ist.
  3. Das Laden über Solarmodule.

Vanlifemag.de-Sicherheitshinweis

Das Thema rund um den Strom ist nur etwas für Menschen, die sich ein wenig damit auskennen oder bereit sind sich gut in das Thema einzuarbeiten. Verwendet man falsche Kabelquerschnitte, lässt Sicherungen weg oder verbindet Kabel und Geräte nicht sauber miteinander, kann es schnell zu Bränden führen. Auch schon beim Thema Plus und Minus gibt es Tücken. Werden die beiden Batteriepole unbeabsichtigt miteinander verbunden, kann man so schnell gar nicht schauen, wie das Kabel rotglühend wird und die Isolierung wegschmilzt und in heißen Tropfen zu Boden fällt oder einfach verschmort. Und die Batterie kann man danach auch getrost entsorgen. In der Regel hat sie Schaden genommen. Daher raten wir unbedingt zur Vorsicht, wenn man sich an dieses Thema wagt. Eine gute Planung und ein Schaltplan sind unbedingt erforderlich.

Für die Arbeiten am Stromnetz ist nicht nur spezielles Werkzeug sondern auch viel Wissen notwendig.

Die anderen Artikel der Serie „Strom im Campervan“ …

… findet ihr hier:

  • Teil 2 – Strombedarf ermitteln
  • Teil 3 – Kabel und Sicherungen

Weitere Tipps zum Selberbauen …

… findet ihr in unserer Rubrik “DIY und Ausrüstung”.

Living off the Road
Living off the Road
ISBN 978-3-613-50922-1
Preis 29,90 EUR

Infos und Tricks zum Thema Ausbau von Reisefahrzeugen findet ihr übrigens im Buch “Living off the Road” aus dem Pietsch Verlag.

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