REIFEN REPARIEREN BEIM CAMPER

Reifen können im Notfall repariert werden. Wie geht das und auf was muss man dabei achten?

Reifen reparieren beim Camper
Wenns passiert ist, kann man eine Notreperatur durchführen um zumindest zur nächsten Werkstatt zu kommen.
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Die Reparatur von Reifen ist heiß diskutiert. Die einen schlagen die Hände über dem Kopf zusammen und raten kategorisch davon ab, die anderen fahren problemlos mehrere tausend Kilometer mit den geflickten Reifen. „Geflickt ist nicht das richtige Wort. Wir haben gute Erfahrungen mit hochwertigen Produkten gemacht“ sagt Alexander Gollek. Der Suzuki-Umbauer sammelte einiges an Erfahrung mit verschiedenen Reparatursets für zerstochene Pneus. Geflickt und damit dem Zufall überlassen wird mit guten Produkten nichts.

Gute Qualität ist nicht billig

Wir setzten für unseren Test Produkte von Safety Seal ein. Bei diesen Produkten liegen Gutachten des TÜV Nord vor, die eine Prüfung eines mit Safety Seal Produkten reparierten Reifen durch die üblichen Tests für Reifen belegen. Dabei gab es keine Abweichungen zu nicht reparierten, also intakten Reifen. Eins vorweg: wir verstehen die Reifenreparatur als Lösung, um wieder aus dem Gelände heraus zu kommen oder in abgelegenen Ländern trotz Versorgungsschwierigkeiten in Bezug auf passende Reifen, die Heimreise antreten zu können.

Reifen reparieren beim Camper
Gutes Material ist definitiv nicht für 20 Euro zu haben. Wir nutzten Material von Safty Seal, jetzt NISO Tech.

Reifen reparieren beim Camper Schritt für Schritt

Vorbereitung

Um die Reparatur durchführen zu können, lösten wir das Rad. Laut Anleitung wurde dann der Fremdkörper, bei uns eine Schraube, entfernt. Wir markierten die Beschädigung mit Kreide (nicht im Lieferumfang enthalten), um sie schnell wieder finden zu können.

  1. Arbeitsschritt

Genau gemäß Anleitung zogen wir den Reparaturkörper durch das Öhr der Ahle und positionierten es mittig. Das geht sehr einfach und die Finger werden nicht verschmutzt und kleben auch nach dem Anfassen des Reparaturkörpers nicht.

Reifen reparieren beim Camper
Um die Reperatur zu starten muss die Bedienungsanleitung genau beachtet werden. Hier geht es mit dem Reperaturkörper los.

2. Arbeitsschritt

Wir versuchten die Ahle mit gleichmäßigem Druck bis zum Anschlag der Manschette in den Stichkanal zu drücken. Trotz Schmierung mit dem mitgelieferten Schmiermittel, gelang uns das auch mit großer Kraft nicht. Allerdings: aufgrund des großen Krafteinsatz zeigte sich, dass die mitgelieferten Werkzeuge von guter Qualität sind und nicht verbogen.

Richrtig rein gehts
Nach Anleitung muss man den Reparaturkörper richtig tief einführen.

3. Arbeitsschritt

Da uns das Einführen der Ahle nicht gelang, setzten wir den mitgelieferten Bohrer ein und weiteten das Loch, um später die Ahle einführen zu können. Dieser Arbeitsschritt ist in der Bedienungsanleitung, auch optional, nicht beschrieben

Nachbohren weil zu eng
Wir bekamen den Reparaturkörper nicht in ds bestehende Loch und mussten mit einem Bohrer weiten.

Die nächsten Schritte zum Reifen reparieren beim Camper

4. Arbeitsschritt

Nachdem wir das Loch geweitet hatten, führten wir die Ahle erneut ein, was diesmal gelang. Sie wurde bis zum Anschlag der Manschette, also recht tief, eingeführt.

5. Arbeitsschritt

Die Manschette wurde nun nach unten gedrückt, wodurch die Reparaturkörper festgehalten wird. Hierbei versuchten wir es zuerst allein, was einigermaßen funktioniert. Besser klappt es, wenn eine zweite Person die Manschette festhält. Wir zogen die Ahle heraus, wobei der Reparaturkörper, festgehalten durch die heruntergedrückte Manschette, im Reifen verbleibt.

6. Arbeitsschritt

Der Außen herausstehende Reparaturkörper musste mit dem mitgelieferten Messer gekürzt werden. Das funktioniert einigermaßen. Allerdings kann die Klinge des Messers nicht arretiert werden, wodurch dieser Arbeitsschritt etwas fummelig ist

Abschneiden mit dem Messer
Nach dem Einführen wird das überstehende Material abgeschnitten. Hier sollte man vorsichtig vorgehen.

7. Arbeitsschritt

Luft einfüllen. Bei unserem Test war der Reifen vollständig dicht und auch nach mehreren Tagen verlor er keine Luft.

Endzustand
Nach allen Arbeitsschritten sah die Schadenstelle so aus.
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